kurz in Deutschland – Reflexion bzgl. Sprache

Freut Deutschland sich, dass ich wieder da bin?
Es ist feines Frühlingswetter, ich kann zusehen, wie die Blumen sprießen!
Ich bin von München nach Weilheim gelaufen – der Wald hier spricht dieselbe herrliche Sprache wie in Lettland und Russland, das ist wunderbar …

Ein besonderes Erlebnis hatte ich in „La Villa“ am Starnberger See, ein Tagungshotel deutlich edler als ich … äußerlich …
Ich fragte nach WLAN, Seeblick und einer Suppe – und sie schauten nicht auf meine Klamotten und Stiefel, sondern mir in die Augen.
Dann bekam ich einen Empfang, wie sich ein Wanderer nur wünschen kann!
Eigener Raum mit Steckdose und dazu alles, was ich mir gewünscht hatte, dazu viel Brot und Zeit zum Arbeiten!

Jetzt habe ich wieder eine deutsche Tastatur, alles ist wieder da, wo ich es gewohnt bin, aber wo sind die russischen Buchstaben?
Sprache, dieses Wunder – nun verstehe ich wieder alles …
Es ist nun kein Geschenk mehr, so wie in Daugavpils – wo es noch etwas Besonderes war, wenn ich die Menschen verstand und sie mich!

Auf der Rückfahrt im Zug nach Vilnius (ich konnte einigen Plätzen, wo ich im November 2018 gewandert bin, zuwinken) begegnete ich einer jungen netten Frau – auch mit Gepäck für eine weite Reise.
Es war wie ein Sprachtest … und ein großes Geschenk … wir beide konnten uns auf Russisch ganz ordentlich unterhalten!

Hier ist das nun nichts mehr Besonderes … und die andere Dimension der Verständigung, die Sprache der Augen und des Herzens … die kommt mir hier schwieriger vor.
Worte sagen nie alles … auf Russisch brauche ich die anderen Ebenen der Kommunikation ganz dringend – hier in Deutschland fällt mir der Zugang von Herz zu Herz seltsamerweise schwerer …
Dafür kann ich hier aber Dinge aussprechen, die ich in den letzten Monaten in der Fremde nicht mal gedacht habe!

Heute muss ich meinen Rucksack packen!
Eine letzte Beobachtung:
In Augsburg, egal wo ich war, ich sah oder hörte eine Baustelle ...
Lärm.
Ich bin kein Gegner der Zivilisation.
Nach einer Woche im Wald liebe ich ein Hotel!
Ich suche ein Gleichgewicht mit der Natur.
Mein Gleichgewicht...
   
   
... снова в Латвии                 ... wieder in Lettland

noch ein Gedanke bzgl. Natur (Wald) und Kultur (Zivilisation) zum Schluss:

ich hatte schon als Kind das Gefühl, dass mit mir was nicht stimmt, dass ich nicht so wie „alle“ bin und ich hatte gleichzeitig das Gefühl, dass aber auch irgendwas mit dem „System“ (so nannte ich das damals noch nicht) nicht stimmt…
und ich hatte den dringenden Verdacht, dass beides miteinander zusammenhängt!

Dazu ein Text, den ca. 1992 geschrieben habe:
polle_nathanael_seite1
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